Akzessions-Nummer
BVAL-901832
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Trivialname
Gewöhnlicher Stechapfel -
Gattung
Datura -
Art
stramonium -
Botanischer Autor Art
L. -
Pflanzenfamilie
Nachtschattengewächse -
Lebensdauer
annuell (einjährig) -
Eingangsdatum
1989---- -
Ursprungsland
Österreich -
Biologischer Status der Akzession
Wildpflanze -
Art der Lagerung
mittelfristig;langfristig -
Status im Multilateralen System
Nein -
AEGIS-Status
Nein
Charakterisierungs- und Evaluierungsdaten
-
Blattform
gestielt, einfach, ungeteilt, bis über 20 cm lang, im Umriss eiförmig bis dreieckig -
Blattoberfläche
kahl -
Blattrand
groß buchtig gezähnt -
Blühfarbe
lila -
Blütenbau
radiärsymmetrisch (strahlig; die Blüte lässt sich durch mindestens 3 Symmetrieebenen in je 2 gleichwertige Hälften teilen), 5-zählig, mit verwachsenblättriger großer trichterförmiger Krone, Blüten nachts geöffnet und duftend (Nachtfalterblume) -
Blütenstand
aufrechte Einzelblüten in den Achseln der oberen Laubblätter -
Blühzeit (Anfang)
5 -
Blühzeit (Ende)
9 -
Droge / verwendeter Pflanzenteil
GIFTPFLANZE; Stramoniumblätter (Stramonii folium laut Pharma laut Pharmacopoeia Europea), bestehend aus den getrockneten Blättern oder aus den getrockneten Blättern mit blühenden und gelegentlich Früchte tragenden Zweigspitzen von Datura stramonium L. und seinen Varietäten (Unterarten); eingestelltes Stramoniumpulver (Stramonii pulvis normatus laut Pharmacopoeia Europea), aus pulverisierten Stramoniumblättern und, falls erforderlich, auf einen Gesamtalkaloidgehalt zwischen 0,23 und 0,27 % eingestellt -
Erntezeit Samen (Beginn)
6 -
Erntezeit Samen (Ende)
10 -
Frucht
aufrechte, stachelige, an 4 Längsseiten aufspringende Kapsel -
Geruch
während der Blütezeit riechen die Blüten angenehm süß, nehmen aber beim Verwelken einen unangenehmen moschusartigen Geruch an -
Geschmack
k.A. -
Hinweise
Gefährlichkeitsgrad: sehr stark giftig + + +; giftige Pflanzenteile: alle Pflanzenteile, besonders Wurzel und Samen -
Inhaltsstoffe
(Tropan)alkaloide (0,1-0,65 %, vor allem Scopolamin, Hyoscyamin, daneben Apoatropin, Belladonnin, Nicotin, Cuskhygrin), Withanolide (u.a. Withastramonolid), Flavonoide (vor allem Bioside des Quercetins und Kämpferols), Cumarine -
Anmerkungen zur Beschreibung
Mittelfristlager: Ernte 2017 ca. 2700 Stk., Ernte 2018 ca. 3000 Stk. Ernte Ende: 17.10.2017. Langzeitlager: Original Saatgut von Ernte 1988 (BVAL- 903 004) muß Hr.Wolfgang Kainz noch in seinem Regal haben. Ernte Anfang: 23.05.2018 / Ernte Ende: Okt.2018 (durch Wetter Umsturz wurden die letzten Fruchtstände abgeschnitten und bei Rudi im Raum 427 getrocknet, bis Ende Nov.2018) -
Nutzung / Verwendung
GIFTPFLANZE; VOLKSMEDIZIN: bei Asthma, Krampfhusten, Pertussis (Keuchhusten); HOMÖOPATHIE: Datura stramonium HAB1 aus den frischen, oberirdischen Teilen der blühendem Pflanze bei hochfieberhaften Infektionen, Krampfzuständen, Entzündungen der Augen, psychischen Erkrankungen, Schlafstörungen bei Kleinkindern -
Samenfarbe
schwarz -
Samenform
nierenförmig -
Samenoberfläche
runzelig, rau -
Stängel
buschig verzweigt, kahl, wechselständig beblättert -
Therapie
med. Kohle, Erbrechen auslösen; sofortiger Notruf! -
1000-Korn Gewicht (häufigste) [g]
7,82 - 8,09 -
Vergiftung
allgemeine Erregung von Heiterkeit bis Tobsucht, Sinnestäuschung, Übelkeit, Sehstörungen, weite Pupillen, Benommenheit und zuletzt Atemlähmung, Tod; Scopolamin und Hyoscyamin wirken parasympatholytisch und bewirken eine Erhöhung der Herzschlagfrequenz, Erschlaffung der glatten Muskulatur, Sekretionshemmung und Pupillenerweiterung; Scopolamin besitzt zudem zentral beruhigende und einschläfernde Wirkung; tödliche Vergiftungen kommen regelmässig vor! -
Verwechslung
4 Varietäten; mit anderen Stechapfel- (Datura-) Arten -
Vorkommen
Heimat: vermutlich Mittelamerika; heute in gemäßigten Zonen weltweit eingebürgert; in Mitteleuropa zerstreut; mäßig frische Ruderalfluren (Schuttplätze, Ödland, Wegränder); wärmeliebend; collin bis submontan; zerstreut bis selten in allen Bundesländern Österreichs -
Wuchshöhe zur Blüte (häufigste) [cm]
20 - 80 -
Zubereitung
in handelsüblichen Fertigpräparaten; wegen der großen Giftigkeit der ganzen Pflanze nur nach ärztlicher Verordnung anzuwenden!
Erhalter
AUT001
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit - Abteilung Pflanzengenetische Ressourcen
4020
Linz